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Motomedix - ein persönlicher Blick

Geschrieben von Chris Graf-Allgeier | 12.07.2026

Mit unserem Arzt Prak im Frühjahr 2026 innerhalb von wenigen Tagen alle Motomedix-Stationen in und um die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh zu besuchen, war abenteuerlich und tief beeindruckend. Wir fahren dorthin, wo die Menschen leben. Die Einfachheit, die Umstände, die Gerüche, die vielfältigen visuellen Eindrücke und die gleichzeitige Gelassenheit der Menschen, setzen mein heimatliches Leben immer wieder in einen starken Kontrast.

Gleichzeitig wird mir der tiefe Sinn unserer Arbeit bei Chibodia in Kambodscha immer wieder überdeutlich.

Wenn wir bei einer der vier Locations ankommen, treffen wir auf Menschenschlangen. Menschen; die in Slums leben, Menschen; die Müll auf der Müllkippe Phnom Penhs sortieren und sammeln, Menschen; die weit draußen auf dem Land leben.

Sie alle sind Menschen, für die ein offizieller Arztbesuch eine große Ausnahme darstellen würde – in vielen Fällen sicherlich höchstens dann, wenn es um Leben und Tod geht, wenn die Familie zusammenlegt, um einem Unfallopfer zu helfen oder ähnliches. 


Die Patientinnen und Patienten warten bereits geduldig, als ich mit Prak eintreffe. Manche sitzen dort bereits eine Stunde, um auch sicher dranzukommen. Prak hingegen arbeitet stets so lange, bis der letzte Patient versorgt ist. Er sagt mir, dass das der ganz normale Ablauf sei.

An zwei Gesundheitsstationen muss sogar ein Nummernsystem verwendet werden, um die Reihenfolge der Patienten einzuhalten. Während ich dies beobachte, bemerke ich, wer das System schon kennt und wer neu ist.

In den Gesprächen, die Prak mit den Patientinnen und Patienten, mit den Kleinen und den Großen führt, wird immer wieder spürbar, welches Vertrauensverhältnis sich aufgebaut hat und wie zwischen den Terminen auch mal gelacht und gescherzt wird.

Für Prak ist die Arbeit im Projekt keine Abwechslung vom Klinik-Alltag seines Hauptjobs, sondern er sagt, dass es die perfekte Ergänzung ist, weil er so das Gefühl hat, ein Arzt für alle zu sein und nicht nur für zahlende Menschen. Er sagt auch, dass einige Stunden Motomedix-Station manchmal so anstrengend sind, wie ein ganzer Tag in der Klinik.

Prak untersucht die Menschen gründlich, spricht mit Ihnen ausführlich und geduldig. Bei Unklarheiten oder schwereren Verdachtsdiagnosen wird die weitergehende Diagnostik z.B. in einer Klinik in die Wege geleitet.

Und so beobachte ich, lasse mir von Prak erklären, fotografiere, lächle zurück und habe sehr oft einen dicken Klos im Hals. Obwohl ich schon sehr oft in Kambodscha war, um unsere Projekte zu besuchen, ist es immer wieder so, dass das hautnahe Erleben dieser Arbeit eine besondere Erfahrung für mich ganz persönlich ist.

Die Umgebung der Motomedix-Stationen ist sehr unterschiedlich geprägt. Die Menschen kommen zu Fuß. An der Landschule bildet sich hingegen vor meinen Augen eine Fahrrad-Schlangen. 


Rund um die Motomedix-Station an der Müllkippe herrscht eine dystrophische Stimmung, ich fühle mich wie auf einem anderen Planeten - der Geruch von verbrannten Kabeln, Verwesung und Diesel wechseln sich ab. Hier begann unsere Arbeit vor 20 Jahren, im Jahre 2006.

Aus diesen bedrückenden Situationen immer wieder in die Chibodia Projekte zu kommen und dort zu sehen, wie Hoffnung, Bildung, Perspektive und Sicherheit entstehen, ist bei einem Aufenthalt in und um Phnom Penh ein Kontrast, wie man ihn kaum beschreiben kann.

Wer Motomedix unterstützen möchte, kann gerne hier für das Projekt spenden.  Bitte als Verwendungszweck "Motomedix" angeben, damit jeder Euro direkt im Projekt bei Prak ankommt. Für 2026 fehlen uns noch mehrere tausend Euro.