Ein Schicksalsschlag macht uns traurig – wir helfen spontan

Ein Schicksalsschlag macht uns traurig – wir helfen spontan

Karl und Richard Kollmuß waren letztes Jahr wieder einmal in Kambodscha und haben dort alle Projekte von Chibodia besucht, insbesondere auch das Outreach-Programm, die Sozialarbeit in den Armenvierteln von Phnom Penh.

Dabei haben sie die Familie Ngoul kennengelernt, eine alleinstehende Mutter mit den Kindern Ponlea, Puthi, einem Baby und der Großmutter. Die Familie lebt am Rande der neuen Müllhalde in Phnom Penh, wo die Großmutter versucht mit Müllsammeln die Familie zu ernähren. Aber das Geld reicht bei weitem nicht aus für ein menschenwürdiges Dasein und schon gar nicht, um die Kinder in die Schule zu schicken. Gerade hat Rita Birli, die Schwester von Karl und Richard, eine Kinder-Patenschaft für Ponlea übernommen, da erreichte uns eine schlimme Nachricht. Das Baby hatte seit Geburt Herzprobleme und ist vor ein paar Tagen gestorben, auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Traurigkeit der Mutter wird noch verschlimmert, da sie die 100 $ für das Verbrennen des Leichnams nicht aufbringen konnte. Sie hat schon daran gedacht, den Leichnam „auf der Müllhalde“ abzulegen, aber hat sich dann Geld von Nachbarn geliehen.

Als wäre das nicht dramatisch genug hat Ponlea seit einiger Zeit eine Infektion am Fuß, die dringend in einer Klinik behandelt werden muss. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie schlimmstenfalls das Bein verliert. Aber diese Behandlung kostet mehr als 500 $, ein Betrag, den die Familie unmöglich aufbringen kann.

Rita, Karl und Richard haben, nachdem sie diese traurigen Nachrichten erhalten haben, spontan beschlossen, 500 Euro zu spenden, damit Ponlea behandelt werden kann.

Ein Notfall – Chibodia hilft spontan

Ein Notfall – Chibodia hilft spontan

Sreynaeth ist 16 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern in einem einsam gelegenen Haus in der Provinz Kampong Speu, in der sich auch die Landschule von Chibodia befindet. Die Eltern verdienen nur wenig Geld mit dem Schneiden und Fällen von Bäumen für Baumbesitzer. Sreynaeth besucht die öffentliche Schule und seit ihrem 10. Lebensjahr geht sie auch in die Landschule von Chibodia. Dort ist sie eine der besten Schülerinnen und spielt sehr gerne Fußball. Auch hier gehört sie zu den Besten und ist eine echte „Torjägerin“.

Sreyneath hat sich an einem Bambusbaum verletzt. Ihr Daumen war so stark entzündet, dass Doktor Prak, der Motomedix-Arzt, sie nicht mehr selbst behandeln konnte, sondern sie als Notfall in die Klinik überweisen musste. Ohne die Behandlung in der Klinik hätte sie ihren Daumen verloren. Für uns in Deutschland ist es selbstverständlich, dass in so einem Fall die Krankenversicherung die Kosten übernimmt. In Kambodscha gibt es diese Versicherung nicht! Da die Eltern die erforderlichen 300 $ für die dringend notwendige Operation unmöglich aufbringen konnten, hat Chibodia spontan entschieden, diese Kosten zu übernehmen. Auf der Suche nach einem Spender für diese außerordentlichen Ausgaben hat sich Richard Kollmuß, der Chibodia seit 2 Jahren ehrenamtlich und auch finanziell unterstützt, bereit erklärt, dies zu übernehmen und hat sofort 300 € an Chibodia überwiesen.

Danke im Namen von Sreynaeth und von Chibodia.

Kleiner Junge hilft

Kleiner Junge hilft

Leonhard Brunsch, 7 Jahre alt, hat so ziemlich alles, was man sich als Junge so wünscht. Als er aber von seiner Mutter Bilder und ein Video von armen Kindern in Kambodscha gezeigt bekommt, ist er den Tränen nahe und versteht nicht, dass es anderen Kindern nicht auch so gut geht wie ihm. Spontan entschließt er sich, die 50 Euro, die er von seiner Großmutter gerade bekommen hat, für Chibodia zu spenden. Seiner Mutter sagt er, dass die Kinder in Kambodscha dieses Geld sicher viel dringender brauchen als er. Er setzt sich hin, malt ein Bild auf einen Briefumschlag und legt die 50 Euro rein mit dem Absender „Von Leonhard“. Und er freut sich, weil er damit was Gutes getan hat und ist sich sicher, dass das Geld bei den bedürftigen Kindern ankommt.

Nun hofft er, dass seine Mutter, Inhaberin der Fa. becon GmbH in Unterhaching, bald mal mit ihm nach Kambodscha fliegt. Sie hat nämlich bei Chibodia schon einen größeren Betrag gespendet und übernimmt nun eine Kinderpatenschaft im Outreach-Programm und eine Patenschaft für die Landschule. Natürlich würde Leonhard gerne mit seiner Mutter das Patenkind und die Landschule besuchen und mit dem guten Gefühl, wir haben geholfen, nach Hause fliegen.

Was macht eigentlich das Chibodia Outreach Projekt?

Was macht eigentlich das Chibodia Outreach Projekt?

Chibodia Outreach unterstützt Kinder/Jugendliche in ihren Familien/bei ihren Angehörigen in ihrer gewohnten Umgebung. Nachfolgend zwei Geschichten aus dem Projekt.

Srey Nich und Len

Im April 2014 wird Chibodia über Motomedix auf die Familie von Srey Nich und Len aufmerksam. Die Eltern mieten eine winzige Hütte (ähnlich einem Hühnerverschlag) in einem Armenviertel in der Nähe der Müllkippe für $5 pro Monat. Ihr Einkommen bestreitet die Familie durch Müllsammeln. sie waschen Plastikflaschen, Dosen und alle Rohstoffe aus dem Müll, die sie an Zwischenhändler pro Kilo verkaufen können. Durchschnittlich können sie damit $75 pro Monat verdienen. Davon kann eine Familie auch in Kambodscha nicht leben, insbesondere nicht, wenn Vater und Mutter stets krank sind. Beide haben hartnäckige Ausschläge und Allergien vom Müllsammeln bekommen. Manchmal hat die Familie kein Essen und kein Geld für Medizin, um die Schmerzen von den geschwollenen Beinen der Mutter zu lindern. Len hatte mit 13 Jahren und Srey Nich mit 7 Jahren noch nie die Schule besucht, weil die Eltern sich die Schulgebühren, Schuluniformen und Schulmaterialien nicht leisten konnten. Die Müllkippe ist, wie man sich vorstellen kann auch ein sehr gefährlicher Ort für Kinder.

Seit Chibodia die Familie von Srey Nich und Len unterstützt, hat sich die Lebenssituation aller sehr verbessert. Die Kinder gehen seitdem zur Schule und der Gesundheitszustand der Eltern ist stabiler. Im Jahr 2017 ist die Familie zurück aufs Land gezogen. Dort arbeitet der Vater nun in der Landwirtschaft.  Die Allergien der Mutter sind viel besser geworden, seit sie von der Müllkippe weg sind. Ihr Ziel war es, etwas Land und ein kleines Haus haben zu können.

Bis November 2019 sind die Kinder bei ihrer großen Schwester an der Müllkippe in Phnom Penh geblieben. Seit November wohnen sie auch wieder bei ihren Eltern auf dem Land und besuchen dort die 8. und 6. Klasse der öffentlichen Schule in der Pre Veng Provinz. Die Mutter ist sehr glücklich, ihre Kinder wieder jeden Tag sehen zu können und darüber, wieder in einer gesünderen Umgebung zu wohnen. Die Eltern haben ihre Schulden im Jahr 2017 abgezahlt und konnten einen neuen Kredit von $1500 aufnehmen. Dafür haben sie Medizin für die Mutter, Land und zwei Kühe gekauft und der Vater hat ein kleines Haus gebaut.

Der Vater ist sehr glücklich. Dennoch ist es für Len oft schwer, dass er mit seinen jetzt 19 Jahren in der 8.Klasse lernt. Er ist viel größer als seine Mitschüler und schämt sich oft dafür, dass er mit viel jüngeren Kindern in die gleiche Klasse geht. Len hat Thim (Projektmanager Outreach) gesagt: „Mir geht es gut. Ich bin nur traurig, wenn ich nicht gut in der Schule bin.“ Srey Nich geht es sehr gut in der Schule. Sie liebt die Schule. Sie sind beide sehr glücklich im Unterstützungsprogramm von Chibodia zu sein und sie sagen „GANZ HERZLICHEN DANK, CHIBODIA“ (der Vater hat dabei geweint, weil in der Vergangenheit sie unter sehr schweren Bedingungen gelebt haben und er davon ausgeht, dass seine Frau ohne die Unterstützung nicht mehr leben würde und sie selbst wie ein Stück Müll auf der Müllkippe noch leben würden).

Vom Tellerwäscher zum IT-Student

Vom Tellerwäscher zum IT-Student

Chea Oun ist Student. Aber der Weg dorthin war kein leichter. Er kämpfte sehr hart für sein Leben ohne die Unterstützung von Eltern oder Verwandten. Im Jahr 2005 kam er und seine Schwester nach Phnom Penh. Beide arbeiteten als Tellerwäscher in einem chinesischen Restaurant. Chea Oun hatte immer im Kopf irgendwann studieren zu gehen. Als ihn dann mit 14 Jahren eine kambodschanische Frau, die in einer NGO arbeitete, kennen lernte, half sie ihm zur Schule gehen zu können. Er lernte mit kleinen Kindern, doch das war ihm egal, denn er hatte sein Ziel vor Augen. Die Frau hatte ihm auch eine Unterkunft bei einer kambodschanischen Familie organisiert, wo er putzen musste. Die kambodschanische Frau kam in Kontakt mit Samuel und fragte ihn, ob Chibodia Chea Oun unterstützen könne. Seit der Unterstützung wurde sein Leben leichter und er lernte sehr viel und diszipliniert. Er hat die Schule nun abgeschlossen und sein Ziel erreicht. Chea Oun studiert IT im ersten Jahr. Von 52 Studenten hat er die 2. beste Prüfung abgelegt.  Er kümmert sich auch um die Computer an der Uni, vielleicht bekommt er bereits im zweiten Jahr einen Job dort.

Was für ein Lebenslauf!