Kleiner Junge hilft

Kleiner Junge hilft

Leonhard Brunsch, 7 Jahre alt, hat so ziemlich alles, was man sich als Junge so wünscht. Als er aber von seiner Mutter Bilder und ein Video von armen Kindern in Kambodscha gezeigt bekommt, ist er den Tränen nahe und versteht nicht, dass es anderen Kindern nicht auch so gut geht wie ihm. Spontan entschließt er sich, die 50 Euro, die er von seiner Großmutter gerade bekommen hat, für Chibodia zu spenden. Seiner Mutter sagt er, dass die Kinder in Kambodscha dieses Geld sicher viel dringender brauchen als er. Er setzt sich hin, malt ein Bild auf einen Briefumschlag und legt die 50 Euro rein mit dem Absender „Von Leonhard“. Und er freut sich, weil er damit was Gutes getan hat und ist sich sicher, dass das Geld bei den bedürftigen Kindern ankommt.

Nun hofft er, dass seine Mutter, Inhaberin der Fa. becon GmbH in Unterhaching, bald mal mit ihm nach Kambodscha fliegt. Sie hat nämlich bei Chibodia schon einen größeren Betrag gespendet und übernimmt nun eine Kinderpatenschaft im Outreach-Programm und eine Patenschaft für die Landschule. Natürlich würde Leonhard gerne mit seiner Mutter das Patenkind und die Landschule besuchen und mit dem guten Gefühl, wir haben geholfen, nach Hause fliegen.

Was macht eigentlich das Chibodia Outreach Projekt?

Was macht eigentlich das Chibodia Outreach Projekt?

Chibodia Outreach unterstützt Kinder/Jugendliche in ihren Familien/bei ihren Angehörigen in ihrer gewohnten Umgebung. Nachfolgend zwei Geschichten aus dem Projekt.

Srey Nich und Len

Im April 2014 wird Chibodia über Motomedix auf die Familie von Srey Nich und Len aufmerksam. Die Eltern mieten eine winzige Hütte (ähnlich einem Hühnerverschlag) in einem Armenviertel in der Nähe der Müllkippe für $5 pro Monat. Ihr Einkommen bestreitet die Familie durch Müllsammeln. sie waschen Plastikflaschen, Dosen und alle Rohstoffe aus dem Müll, die sie an Zwischenhändler pro Kilo verkaufen können. Durchschnittlich können sie damit $75 pro Monat verdienen. Davon kann eine Familie auch in Kambodscha nicht leben, insbesondere nicht, wenn Vater und Mutter stets krank sind. Beide haben hartnäckige Ausschläge und Allergien vom Müllsammeln bekommen. Manchmal hat die Familie kein Essen und kein Geld für Medizin, um die Schmerzen von den geschwollenen Beinen der Mutter zu lindern. Len hatte mit 13 Jahren und Srey Nich mit 7 Jahren noch nie die Schule besucht, weil die Eltern sich die Schulgebühren, Schuluniformen und Schulmaterialien nicht leisten konnten. Die Müllkippe ist, wie man sich vorstellen kann auch ein sehr gefährlicher Ort für Kinder.

Seit Chibodia die Familie von Srey Nich und Len unterstützt, hat sich die Lebenssituation aller sehr verbessert. Die Kinder gehen seitdem zur Schule und der Gesundheitszustand der Eltern ist stabiler. Im Jahr 2017 ist die Familie zurück aufs Land gezogen. Dort arbeitet der Vater nun in der Landwirtschaft.  Die Allergien der Mutter sind viel besser geworden, seit sie von der Müllkippe weg sind. Ihr Ziel war es, etwas Land und ein kleines Haus haben zu können.

Bis November 2019 sind die Kinder bei ihrer großen Schwester an der Müllkippe in Phnom Penh geblieben. Seit November wohnen sie auch wieder bei ihren Eltern auf dem Land und besuchen dort die 8. und 6. Klasse der öffentlichen Schule in der Pre Veng Provinz. Die Mutter ist sehr glücklich, ihre Kinder wieder jeden Tag sehen zu können und darüber, wieder in einer gesünderen Umgebung zu wohnen. Die Eltern haben ihre Schulden im Jahr 2017 abgezahlt und konnten einen neuen Kredit von $1500 aufnehmen. Dafür haben sie Medizin für die Mutter, Land und zwei Kühe gekauft und der Vater hat ein kleines Haus gebaut.

Der Vater ist sehr glücklich. Dennoch ist es für Len oft schwer, dass er mit seinen jetzt 19 Jahren in der 8.Klasse lernt. Er ist viel größer als seine Mitschüler und schämt sich oft dafür, dass er mit viel jüngeren Kindern in die gleiche Klasse geht. Len hat Thim (Projektmanager Outreach) gesagt: „Mir geht es gut. Ich bin nur traurig, wenn ich nicht gut in der Schule bin.“ Srey Nich geht es sehr gut in der Schule. Sie liebt die Schule. Sie sind beide sehr glücklich im Unterstützungsprogramm von Chibodia zu sein und sie sagen „GANZ HERZLICHEN DANK, CHIBODIA“ (der Vater hat dabei geweint, weil in der Vergangenheit sie unter sehr schweren Bedingungen gelebt haben und er davon ausgeht, dass seine Frau ohne die Unterstützung nicht mehr leben würde und sie selbst wie ein Stück Müll auf der Müllkippe noch leben würden).

Vom Tellerwäscher zum IT-Student

Vom Tellerwäscher zum IT-Student

Chea Oun ist Student. Aber der Weg dorthin war kein leichter. Er kämpfte sehr hart für sein Leben ohne die Unterstützung von Eltern oder Verwandten. Im Jahr 2005 kam er und seine Schwester nach Phnom Penh. Beide arbeiteten als Tellerwäscher in einem chinesischen Restaurant. Chea Oun hatte immer im Kopf irgendwann studieren zu gehen. Als ihn dann mit 14 Jahren eine kambodschanische Frau, die in einer NGO arbeitete, kennen lernte, half sie ihm zur Schule gehen zu können. Er lernte mit kleinen Kindern, doch das war ihm egal, denn er hatte sein Ziel vor Augen. Die Frau hatte ihm auch eine Unterkunft bei einer kambodschanischen Familie organisiert, wo er putzen musste. Die kambodschanische Frau kam in Kontakt mit Samuel und fragte ihn, ob Chibodia Chea Oun unterstützen könne. Seit der Unterstützung wurde sein Leben leichter und er lernte sehr viel und diszipliniert. Er hat die Schule nun abgeschlossen und sein Ziel erreicht. Chea Oun studiert IT im ersten Jahr. Von 52 Studenten hat er die 2. beste Prüfung abgelegt.  Er kümmert sich auch um die Computer an der Uni, vielleicht bekommt er bereits im zweiten Jahr einen Job dort.

Was für ein Lebenslauf!

Motomedix im Einsatz

Motomedix im Einsatz

…im Jahr 2019 konnten 2.327 Patienten/innen kostenlos behandelt werden

…an der neuen Müllkippe in den Räumlichkeiten von COLT (niederländische Organisation)

…in der Schule EYC (Empowering Youth in Cambodia) in einem Armenviertel von Phnom Penh

…an der Landschule in Oudong