Zahnhygiene Programm
Projektbeschreibung
Im Folgenden werden die zwei Einsatzorte des Zahnprojektes vorgestellt.
I. Aziza Schule (Bording Block Slum)
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit in 2007 und 2008 in Phnom Penh war die Aziza-Schule, die sich mitten in dem so genannten Bording Block Slum befindet - zu Deutsch: Wohnblock-Slum. Es wird so genannt, weil es von einem verfallenden Wohnblock eingegrenzt wird. Mitllerweile ist dieses Slum dem Erdboden gleich gemacht worden und die Bewohner zwangsumgesiedelt. Lediglich das alte große Gebäude steht noch.

Chibodia unterstützt die Aziza Schule finanziell zusammen mit dem Gründer Drew McDowell.
Die Aziza Schule bietet nun den Kindern in dem alten Gebäude Englischunterricht und Kunstunterricht, sowie Gesundheitsaufklärung. Für die älteren Kinder und jungen Erwachsenen werden Berufsvorbereitungskurse angeboten. Dort lernen sie, wie man sich am Besten auf eine Stelle bewirbt. Außerdem findet samstags ein bunter Abend mit Filmen und Karaoke statt, sowie jeden Sonntagnachmittag ein Mädchentreff.
Alle diese Angebote können unentgeltlich wahrgenommen werden. Die einzige Zugangsvoraussetzung ist lediglich die, dass teilnehmende Schüler in dem Gebäude selbst wohnen.
Insgesamt unterrichten an der Aziza Schule drei Lehrer. Sokchea, Sambath und Phana. Den Unterricht besuchen ca. 85 Schüler in fünf verschiedenen Klassen wochentags von 9.00-21.30 Uhr.
Neben einer allgemeinen medizinischen Versorgung, konnte Chibodia allen Kindern aus der Aziza Schule, die eine zahnärztliche Behandlung dringend nötig hatten, einen Zahnarztbesuch finanzieren - bisher etwa 50 Behandlungen.
Unser kambodschanischer Zahnarzt liefert qualitativ hochwertige Arbeit zu unschlagbaren Preisen. Tatsächlich waren die Preise so niedrig, dass wir uns nach den ersten Behandlungen über die Rechnung wunderten. Auch schienen uns die tapferen, an ein hartes Leben gewohnten, Kinder eine etwas übertriebene Ängstlichkeit vor dem Zahnarztbesuch zu haben. Nach kambodschanischer Logik sind bei einem zahnärztlichen Eingriff Schmerzen günstiger als Betäubung. Obwohl die Arbeit unseres Zahnarztes technisch und hygienisch gesehen einwandfrei war, mussten wir klar stellen, dass eine Betäubung von Chibodia gewünscht und auch bezahlt werden würde. Seit längerem nun nehmen wir die Dienste dieses Zahnarztes in Anspruch und die Kinder vertrauen ihm.

- Sockchea, Oberlehrer der Aziza-Schule, unser kambodschanischer Zahnarzt mit drei Kinder der Slum-Schule
Entgelt für den Zahnarzt:
- Zähne säubern und polieren (besonders nötig bei Kindern, die sich in ihrem Leben noch nie die Zähne geputzt haben): $5 für alle Zähne
- Zähne ziehen: $3 pro Zahn
- Bohren und Füllung: $3 pro Zahn
Höchste Rechnung für eine Einzel-Behandlung: $38 (Zuerst mussten Meas Chamnols Zähne professionell gereinigt werden, um zu sehen, was sich eigentlich unter dem Dreck abspielt, da seine Zähne noch nie eine Zahnbürste gesehen hatten. Ergebnis: 11x bohren und 11x Füllungen!)
Niedrigste Rechnung für eine Einzel-Behandlung: $3 (nur einen Zahn ziehen)
II. LAKESIDE (Boeung Kak See Slum)
Chibodia engagiert sich mit diesem Zahnhygiene Projekt in einem weiteren Slum. Es wird Railroad-Slum genannt, weil das alte französische Schienennetz durch die Ausläufer dieses Elendsviertels führt.

- Dieser Slum wird von einer Seite von einem alten Schienennetz begrenzt
Einige andere nennen es den Lakeside-Slum, weil es sich am Ufer des so genannten Boeung Kak See befindet. Doch weil es an Platz mangelt ist der Slum zum größten Teil in den See hinaus gewachsen. Etliche Schuppen und Stege befinden sich auf Stelzen über dem Wasser.

- Aus Platzmangel werden die Hütten auf Stelzen über dem Boeung Kak-See gebaut
Eine Müllabfuhr gibt es hier nicht und wenn wegen chronischer Überlastung ein Teil der Stadt vom Stromnetz getrennt werden muss, trifft es als allererstes diesen Slum. Diese Schule, ähnlich aufgebaut wie das Aziza Schoolhouse, sitzt auf Stelzen über dem Wasser. Chibodia betreut an dieser Schule ca. 70 Schüler mit einem Zahnhygiene-Programm. Wir haben lediglich 50 Zahnbürsten und ein halbes Kilogramm Zahnpasta bisher dazu kaufen müssen, weil heimische Zahnärzte etliche Zahnpflegeartikel gespendet haben.
In diesem Slum geht es nicht darum das eine oder andere Kind zum Zahnarzt zu schicken. Denn diese Kinder putzen ihre Zähne überhaupt nicht. Einerseits, weil es ihren Eltern egal ist oder weil es ihnen an Bildung fehlt. Andererseits weil keiner dieser Kinder eine Zahnbürste besitzt. Wie man auf diesen Fotos erkennen kann,
sind schon die Milchzähne und Gaumen der Kinder wegen mangelnder Mundhygiene infiziert.
Im schlimmsten Fall kommt es, wie auf diesem Foto zu erkennen ist

- Katastrophale Zahnhygiene
zur Zahnfleisch-Degeneration. Das die nachwachsenden, bleibenden Zähne von Anfang an schlechte Bedingungen haben, ist jedem klar. Die Folge ist ein Kind, dass nicht lächeln kann- und das in Kambodscha, einem Land in dem man so oft von Unbekannten noch ein Lächeln von Herzen bekommt.
Mitte März bis Anfang April rief Markus Kuczewski, ein Chibodia Vorstandsmitglied, ein Zahnhygiene Programm für diese Kinder ins Leben.

- Markus Kuczweski (rechts im Bild, stellvertretender Vorstandsvorsitzender) bei einer Lehrstunde für Zahnhygiene
Er flog auf eigene Kosten nach Kambodscha und brachte zahnmedizinische Materialien von großherzigen Spendern mit. Er untersuchte ein Großteil der Kinder und führte Zahnputzstunden in dieser Schule ein. Nach diesem Schema wiederholen wir alle 2-3 Wochen diese Unterrichtseinheiten. Zuerst wird unterrichtet und aufgeklärt- dann werden Zahnbürsten ausgegeben und Zahnpasta verteilt. Zähneputzen wird dann mehrmals in kleinen Gruppen von Schülern vorgeführt und verbessert.

- Die Vorputzer
Danach üben die Schüler im praktischen Unterricht, wobei alle abschließend kontrolliert werden, ob sie richtig geputzt haben.

- Kontrolle nach dem Zähneputzen
Wegen den weit verbreiteten Infektionen im Mundbereich hat Chibodia literweise antibakterielles Mundwasser besorgt. Zuerst waren wir besorgt, dass es die Kinder schlucken würden. Auch befürchteten wir, dass die Lösung zu scharf war, denn als wir Erwachsenen es Zuhause ausprobierten, trieb es uns die Tränen in die Augen.
Doch welch eine Überraschung - die Kinder lieben das Mundwasser.

- Chibodia Mitglied Carsten Evers leitet Kinder zur antibakterielle Mundspülung an.
Sie lieben es so sehr, dass wir das Mundwasser wegschließen müssen und es rationiert an jedes Kind einzelnen abgeben müssen, weil sie sich ansonsten 3 bis 4 Mal neue Lösung holen, um damit den Mund zu spülen.
Jedes Kind besitzt nun eine Zahnbürste. Die Kleinsten putzen in der Schule, um den Zahnbürstentausch auszuschließen. Dazu haben wir einige dieser Zahnbürstenhalter in der Schule aufgehängt.

Jüngst berichtete einer unserer Lehrer, dass die Kinder bis zu 4 Mal am Tag freiwillig putzen.

- Dank dem Team der PHV Wetzlar und mehrerer deutscher Zahnärzte haben nun alle Kinder dieser Slum-Schule eine Zahnbürste!
Das gesamte zahnmedizinische Programm ist dem Dialyse-Team der PHV in Wetzlar zu verdanken. Sie stellt Chibodia ein großzügiges Budget zur Verfügung, um in diesen zwei Slums ein zahnhygienisches Programm durchzuführen. Im Namen der Kinder, deren Lächeln ihr mit eurem Einsatz schützt, danken wir euch!
Anmerkung:
Die Zusage der Spender zur regelmäßigen Unterstützung ermöglicht eine nachhaltige Hilfe. Bei Bedarf möchte Chibodia mit solchen Projektpatenschaften auch in Zukunft eine schnelle, direkte und vor allem transparente Hilfe anbieten. So können Sie als Spender genau verfolgen, was mit Ihrem Geld passiert.





