HOPE ChildrensHome II
Wie im September Newsletter erwähnt ist das erste Heim voll.
Die Methodik, mit der Chibodia das Heim betreibt (hochwertige Bildung und qualitatives Freizeitprogramm, individuelle Betreuung und eine relative geringe Anzahl von Kindern pro Einrichtung) hat einer amerikanischen Organisation MAP – Mothers against Poverty (Mütter gegen Armut) so gut gefallen, dass sie uns prompt eine Duplizierung des Projekts vorgeschlagen haben. Wir mussten jedoch sagen, dass wir dies gerne tun würden, aber dass uns dafür die Arbeitskräfte und die Mittel nicht zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiter, gerade auch die Auslandsmitarbeiter, sind voll ausgelastet und Chibodia kann ihre Hauptprojekte finanziell gerade eben tragen.
Etwa 140 treue Mitglieder tragen momentan ca. 49% von Chibodias Kernaufgaben und –projekten. Ohne weitere großzügige Einmalspendern (Stiftungen, Firmen, Einzelpersonen) müsste Chibodia mindestens zwei wichtige Projekte streichen oder die Qualität aller Projekte auf ein Minimum reduzieren. Beides würde uns das Herz brechen! Deswegen suchen wir dringend weitere Fördermitglieder, die Chibodia auf ihrem Weg begleiten.
Nach einem Besuch in Kambodscha beschloss MAP uns die Mittel für den Aufbau eines weiteren Kinderheims und dessen Betrieb für fünf Jahre zur Verfügung zu stellen!
Desweiteren finanzieren sie einen weiteren Auslandsmitarbeiter in voller Höhe (Lebensunterhaltskosten, Krankenversich-erung und den Flug) – ein wahrer Segen!
Und so ist Timon Seibel nach Kambodscha gekommen, um nach mehrmonatiger Schulung als Projektleiter vor Ort, zusammen mit Chibodia weiteren Kindern aus entsetzlichen Umständen ein neues, hoffnungsvolles Zuhause zu geben.
Soweit zur Vorgeschichte des HOPE ChildrensHome (Kinderheim Hoffnung). Wir wollen euch Timon Seibel und das HOPE ChildrensHome vorstellen:
Timon Seibel ist 30 Jahre alt und ein Schweizer, der in Deutschland die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Er kann vier Sprachen fließend (Spanisch, Französchisch, Deutsch und Englisch) und ist nun fleißig dabei Khmer zu lernen.
Mittlerweile leben und lernen 11 Kinder im Heim – zwei weitere sind zur Aufnahme vorgemerkt.
Unermüdlich betreiben Timon und andere kambodschanische Chibodia Mitarbeiter Hintergrundrecherchen bei Kindern, die für eine Aufnahme in Frage kommen.
Die tatsächlichen Umstände des Kindes werden ermittelt:
Angehörige, Alter, Gesundheit, Papiere, Geschichte des Kindes, etc. Ein ziemlich wichtiger Indikator für die Notlage eines Kindes ist, dass es nicht zur Schule geht.
Wird es ausgebeutet und/ oder lebt in einer gesundheitsgefährdenden Umgebung (Slum, Müllkippe, etc.) und/ oder sollte es keine Papiere und keine Eltern haben, dann ist eine Herausnahme aus der gegenwärtigen Umgebung/ Situation und eine Aufnahme in das ChildrensHome indiziert.
Die Tatsache, dass ein Kind Vollwaise ist, muss an sich kein Grund sein, ein Kind aufzunehmen. Es kann sein, dass das Kind bei Angehörigen lebt, die zwar finanziell knapp sind, aber sich grundsätzlich um das Kind bemühen.
Manche Kinder haben Eltern, die verschwunden sind und sich nicht um das Kind scheren. Das heißt manchmal lehnen wir Vollwaisen ab und nehmen Kinder die Eltern haben, aber von ihnen verlassen wurden, auf.
Auch würden wir neulich von einer Menschenrechts Organisation (Licadho) gefragt, ob wir Kinder aufnehmen, deren Mütter für längere Zeit im Gefängnis sind. Hier muß man sicherstellen, dass Chibodia rechtliche Zusagen hat für die Zeit nach der Haft und dass Chibodia im Interesse des Kindes entscheiden darf. Wir wollen nicht, dass eine aus dem Gefängnis entlassene Mutter, das Kind sofort aus der Schule nimmt und arbeiten schickt, weil sie kein Geld hat.










