Die Motomedix Gesundheitsklinik

- Motomedix Gesundheitszentrum vom Müllberg aus gesehen
Es gibt bei dem Motomedix Projekt viel Neues zu berichten. Nicht nur die Schreibweise hat sich verändert, sondern auch das Projekt. Nach langer Vorbereitungszeit hat Chibodia seit dem ersten September 2008, keine 20 Schritte von der Müllkippe entfernt, eine kleine Behandlungs- und Aufklärungsstätte geöffnet.

- Kinder vor dem Eingang zur Motomedix Gesundheitszentrum
Warum ist dies nötig werden sich viele fragen. Gibt es keine Kliniken, die in Kambodscha kostenfrei behandeln? Unsere Antwort: Es gibt Kliniken in denen man sich kostenfrei behandeln lassen kann. Doch nur in lebensbedrohlichen Situationen kommt man überhaupt dran und die Fahrt zu einer solchen Klinik ist für die Menschen auf der Müllkippe unbezahlbar.
- Chay bei der Arbeit
In den meisten Fällen wissen sie nicht, dass es solche Kliniken gibt oder trauen sich dort nicht hin. Kleinste Wunden können sich in dieser unhygienischen Umgebung infizieren und Gesundheit und Leben bedrohen. Chibodia setzt hier auf Vorbeugung und Aufklärung vor Ort.

- Medikamente werden eingeordnet
Nach kleineren Umbaumaßnahmen ist das Zentrum mit Medikamenten, Medizinischem Gerät, Schautafeln und einem Computer zu Dokumentationszwecken ausgerüstet worden.
- Die Nähe zu den Menschen auf der Müllkippe, macht Motomedics etwas ganz besonderes
Eine freiwillige Mitarbeiterin aus Deutschland und ein sehr motivierter Medizinstudent sind bereit wertvolle Arbeit für die Menschen zu leisten, die auf der Müllkippe leben, arbeiten und schlafen.
Kommenden Montag ist der erste Hygiene Aufklärungskurs geplant. Die, die daran teilnehmen bekommen einen Teilnahme-Pass. Bei jedem besuchten Aufklärungkurs bekommen die Teilnehmer einen Stempel, der sie berechtigt die kostenlose medizinische Versorgung des Zentrums eine Zeit lang in Anspruch zu nehmen.
- Drinnen im Motomedics-Zentrum
Darüber hinaus bekommen sie nach erfolgreichem und mehrfachem Besuch der Workshops ein Hilfspacket ausgehändigt. Zum Beispiel: Wenn das Thema des Aufklärungskurses Zahnhygiene war, bekommen die Teilnehmer einen Zahnputzbecher, Zahnpasta und eine Zahnbürste. Wenn es um durch Mücken übertragbare Krankheiten geht, bekommen sie ein Netz u.s.w. Doch es soll nichts umsonst ausgegeben werden - die Menschen sollen den Wert der ausgehändigten Gegenstände erkennen und sie vernünftig einsetzen können.
- Kühlschrank, Filtersystem, Schautafeln
Zurzeit arbeiten wir an einem Filtersystem, dass es uns möglich machen wird, sauberes Trinkwasser auszugeben. Denn man kann nicht über sauberes Wasser, tägliche Trinkmengen und Hygiene aufklären, wenn man den Menschen keinen Zugang zu genau dieser wertvollen Ressource anbietet.

- MMX-Leiter Chay bei einem Aufklärungskurs
Das erste Ziel des Motomedix Gesundheitszentrums ist Aufklärung und Vorbeugung. Wir wollen die Menschen motivieren zu lernen wie sie sich gegen Mückenstiche, Rattenbisse, Infektionen und sonstige Krankheiten schützen können. Vielfältige Gesundheitsrisiken begleiten ihre tägliche Suche nach Verwertbarem auf der Müllkippe. Durch dieses besondere Anreizsystem (Teilnahme-Pass) wollen wir viele Menschen in die Aufklärungskurse locken.
Geöffnet haben wir regelmäßig dienstags, donnerstags und samstags von 14 bis 17 Uhr. Wenn Bedarf besteht, natürlich auch länger. Auch haben wir eine junge Frau, die selbst auf der Müllhalde lebt, eingestellt. Sie hat ein Handy und in Notfällen kann man sie aufsuchen und sie kontaktiert uns.

- Workshop-Teilnehmer
Dann kommen wir schnell mit geländegängigen Motorrädern und entsprechenden Medikamenten/ Verbandsmaterialien vorbei, um vor Ort zu behandeln. In gravierenden Fällen zahlt Chibodia die Fahrt zu einer Klinik und regelt die Aufnahme.
Dass ein Gesundheitszentrum dort entstehen konnte, wo es die Menschen am dringendsten brauchen, ist den Spendern zu verdanken. Wie immer wollen wir keine Namen nennen, doch ihr wisst wer ihr seid! DANKE im Namen derer, die auf der Müllkippe leben.
Samuel Pehlke, September 2008






