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Neubau der Chibodia Landschule

Lange Zeit hatten wir versucht die Schülerzahl in der Chibodia Landschule auf 165 Kinder zu begrenzen. Dies geschah, weil uns Qualität wichtiger war als Masse. Die Ressourcen reichten nicht aus, um die - jeden Tag neu auftauchenden, uns unbekannten - Kinder zu unterrichten. Uns fehlten Schulhefte, Lehrbücher und vor allem Unterrichtsräumlichkeiten. Der Klassenraum, den wir anfangs benutzten, wurde  binnen einiger Monate zu klein und wir erhielten die Erlaubnis der Dorfältesten die "Dorfgemeinschaftshütte"  zu Unterrichtszwecken nutzen zu dürfen. Wir ließen die doppelte Anzahl Bänke und Schreibtische anfertigen, doch sobald wir sie aufstellten, waren auch schon am nächsten Tag alle Plätze belegt. Wir erhöhten die Unterrichtseinheiten, so dass wir sogar an manchen Tagen bis 23 Uhr unterrichteten und oft gar am Wochenende.

Doch wie hält man Kinder davon ab, einen kostenlosen, offenen Unterricht zu besuchen. Die jetzigen Unterrichtsräume sind ja von allen Seiten offen. Es gibt keine Tür, die man schließen könnte. Zusätzlich zu unserer Kerngruppe von 165 Schülern, die wir auch registriert haben, kommen nochmals ca. 100 Kinder regelmäßig, um daneben zu sitzen und etwas vom Unterricht mitzubekommen. Weitere ca.100 Kinder kommen sporadisch und würden, wenn Platz vorhanden wäre, regelmäßig kommen. Im Grunde wollen über 350 Kinder die Chibodia Landschule besuchen.

Dieses Bild zeigt nur einen kleinen Teil der Kinder, die die Landschule besuchen

Chibodia überlegte, was zu tun sei. Es gab im Grunde auch nur eine Lösung, die in Frage kam. Wir wollten die Kinder nicht ablehnen - sie scheuten ja auch keine Mühen zu uns zu kommen. Sie legen Entfernungen bis zu 20Km mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß über unausgebaute, staubige Straßen zurück. Sie sehen eine Chance etwas kostenlos zu lernen und wir wollten sie nicht enttäuschen.


Das Fundament der traditionellen Pfahlbauweise und die Verankerung

Natürlich war uns klar, dass wir über Jahre hinweg, den Neubau nach und nach errichten mussten. Wir wollten das Geld nicht bei einer Bank zu einem teueren Zinssatz aufnehmen, sondern einigten uns darauf, Baumaterialen so zu kaufen wie finanzielle Mittel vorhanden waren. Doch eigentlich brauchten wir eine neue, große Schule sofort und es tat uns Leid, dass die Kinder voraussichtlich viele Jahre bis zur Fertigstellung der vier großen Klassenzimmer warten mussten.

Vor zwei Monaten tat sich für dieses "Zeitraum" Problem eine Lösung auf! Der Reiseanbieter ZeitRäume, der nicht nur Studienreisen anbietet, sondern sich auch in armen Ländern in der sozialen Verantwortung sieht, unterstützt Chibodia seit Juni 2008 bei dem Neubau der Landschule.

Für diejenigen, die es interessiert noch ein paar Fakten zum Bau: 

Die neue Schule ist 32 Meter lang und 9 Meter breit. Von der Breite muss man noch 1.20 Meter für ein, entlang der ganzen Seite des Gebäudes laufenden, überdachten Vorbau abziehen. Das ergibt dann eine nutzbare Gesamtinnenfläche von 249m². Jedes der vier Klassenräume hat eine Größe von 62m².

Zusätzlich wurde ein Gebäude mit Waschgelegenheiten und WCs gebaut. Auch die Bibliothek soll immer weiter ausgebaut werden...

Bibliothek

Manch einer mag sich fragen, wie haben die das denn geplant, beziehungsweise, wer hat die Schule entworfen - ein Architekt?

Die Antwort ist Nein! Chibodia hat sich an einer typisch kambodschanischen Vorgehensweise orientiert. Manche Klöster hier haben ein Archiv, indem sie alte Baupläne aufheben. Dort haben wir einen Bauplan einer Schule gefunden, die unseren Zwecken dient. Die Schule wird also eins zu eins nachgebaut mit der Ausnahme, dass wir vier statt fünf Klassenräume bauen. Dadurch ändert sich die Statik nicht und wir haben einen Entwurf für eine erprobte, bauplangenehmigte Schule für 0 Euro. Das heißt die Baukosten teilen sich in ca. 8% für die Arbeitskraft und ca. 92% für Baumaterialien, ohne Abzug für Planung oder Administration.

Wir stellen nur Männer aus dem Dorf - indem die Schule steht - ein. Chibodia zahlt ihnen einen überdurchschnittlichen Lohn von 2,50-3,50 US-Dollar am Tag (je nach Fähigkeit). Sie können sich damit etwas zusätzlich verdienen und die Bevölkerung von Trapaing Kaen kann sich mit der neuen Schule identifiziert.

Diese Mädchen lernen bereits in der neuen Landschule.

Berichte aus dem Projekt

Umfrage

Im Februar hat Chibodia mit Hilfe einer einheimischen Organisation in Zusammenarbeit mit der Jugend des Dorfes eine Umfrage durchgeführt.

Neubau der Landschule ist abgeschlossen

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