Es ist soweit! Die ersten Kinder im Kinderheim
Das Chibodia ChildrensHome hat die ersten Kinder aufgenommen. Drei Mädchen und drei Jungen im Alter von 8 bis 15 Jahren.
Es wäre zu zeitaufwendig die Geschichte aller Kinder zu erzählen, doch möchte ich den Hintergrund eines Kindes wenigstens erwähnen: Sina ist ein 12 Jahre altes Mädchen und hat in ihrem Leben noch nie eine Schule besucht. Diese Woche hat sie ihre Schuluniform bekommen und wird ab Oktober in die erste Klasse gehen. Sie freut sich schon sehr darauf. Neue Freunde finden ist ihr erklärtes Ziel und tatsächlich kann sie andere Menschen mit ihrem ruhigen und heiteren Wesen für sich gewinnen. Doch das war nicht immer so...

- Regenspiele
Sina kennt ihren Vater nicht, weil ihre Mutter den Mann, der Sina gezeugt hat bestimmt auch nicht kennt. Sinas Mutter trinkt und nimmt Drogen und uns wurde erzählt, dass sie manchmal wenn sie nicht ganz bei sich ist, vergewaltigt wird. Kinder, die aus diesen unglücklichen Ereignissen hervorgehen, werden kurzerhand verkauft.
Eine Köchin eines anderen Kinderheims war auf Heimaturlaub in den Provinzen und bekam mit, dass Sina verkauft werden sollte. Spontan entschloss sie sich das Kind zu kaufen, um es vor Schlimmeren zu bewahren. Die Köchin verdient nicht genug, um Sina zur Schule zu schicken oder sie auf Dauer anständig zu ernähren, doch sie tat was sie konnte. Sie ließ Sina auf ihre Kosten untersuchen und behandeln. Würmer, Kopfhaut Grätze, Läuse und Mangelernährung lautete die Diagnose. Über Umwege hörte die Köchin von dem Chibodia ChildrensHome und entschloss sich uns zu kontaktieren. So lernten wir eine in sich gekehrte und verstörte Sina kennen - die Haare wegen den Läusen kurz geschoren. Als wir ihre Geschichte hörten, waren wir entsetzt. Hatte Sina geistige Schäden davongetragen, weil ihre Mutter während der Schwangerschaft trank und geschlagen worden war? Wenn wir sie aufnehmen würden, wären wir in der Lage ihr Vertrauen zu gewinnen? Könnten wir sie von hinter der Mauer, die sie zum Schutz um sich herum gebaut hatte, hervorlocken? Nach kurzer Beratung war klar: Gerade für solche Kinder ist das ChildrensHome von Chibodia ins Leben gerufen worden. Wenn wir ihr keine Chance geben, würde es auch sonst keiner tun. Wir nahmen sie mit.
Wir rechneten mit viel Zeit, um zu Sina durchzudringen. Doch es kam uns wie ein Wunder vor, als wir bereits nach einer Woche Sina beim Lächeln erwischten. Sie hatte nur darauf gewartet beschützt und geliebt zu werden. Die Atmosphäre der Geborgenheit im ChildrensHome funktioniert! Nun vergeht kein Tag an dem Sina nicht lächelt.

- Sina beim Essen
Schon Sina wegen hat sich das Heim gelohnt und es wird noch viele weitere Kinder wie Sina geben, die eine Chance auf ein sinnvolles, würdevolles Leben durch das ChildrensHome bekommen.

- Sina vor ihrem ersten Schulbesuch, stolz mit Uniform
Samuel Pehlke, September 2008



