Aufnahme eines Kindes - Mit einer Hand am Herzen mit der anderen am Ruder
Ein Kind in unserem Kinderheim aufzunehmen muss stets eine sorgfältig überlegte Entscheidung sein. Hier gibt es sehr viele Kinder, die unsere Hilfe brauchen, doch da wir aber nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen im ChildrensHome zur Verfügung haben, muss unsere Hilfe diejenigen erreichen, die es am nötigsten haben. Hilfe, die eine Zukunft erst möglich macht.

- Monyreth
Zusammen mit unserem einheimischen Mitarbeiter Peter, erforschen wir als Erstes alle Grundlagenkriterien zur Aufnahme des Kindes: Wie ist das Kind zurzeit untergebracht, was bekommt es zu essen, welche familiären Verhältnisse bestehen noch, geht das Kind zur öffentlichen Schule (dies ist immer kostenpflichtig) und ist es gesund? Dann erfolgt eine persönliche Einschätzung, unter Einbeziehung der kambodschanischen Verhältnisse und einen Austausch unter den Chibodia-Auslandsmitarbeitern und den einheimischen Mitarbeitern darüber.
Monyreth hat keinen Vater mehr, er starb an HIV. Ihre Mutter ist eine drogensüchtige Prostituierte - ebenfalls HIV- krank und von der Familie wegen ihrer Sittenwidrigkeit, verstoßen und obdachlos. Sie kümmert sich nicht um ihre Kinder.
Monyreth hatte drei Geschwister, ihre Schwester ist an HIV gestorben, einer ihrer Brüder bei einem Motorradunfall.
Sie lebte mit ihrem verbliebenen Bruder bei ihrer Großmutter, die ihrerseits wiederum bei ihrem Sohn - dem Onkel der Kinder - lebt.
Monyreth lebt mit 15 Menschen unter einem Dach, die alle ausnahmslos von ihrem Onkel (ein Kleinbauer) ernährt werden. Das Mädchen wird von ihrem Onkel aber als schlecht und wertlos einstuft, da die Eltern es ja auch waren. Lediglich die Zuneigung ihrer Großmutter lies den Onkel das Kind erdulden. Es musste jedoch vor der Tür schlafen, bekam stets nur die Essensreste wenn etwas bei der hungrigen Familie übrig blieb. Sie war das unterste Glied im dörflichen Gefüge und würde von niemandem beschützt. Die anderen Kinder durften mit ihr machen was sie wollten - ärgern, schlagen, treten und herum kommandieren.

- Monyreth in ihrer alten Umgebung
Eines Tages entschied der Onkel, aufgrund seiner schlechten Situation das Kind gar nicht mehr zu ernähren, geschweige den es in die Schule zu schicken.
Die Großmutter, die ihr eigenes spärliches Mahl mit Monyreth teilte, kam zu Chibodia, um unsere Unterstützung zu erbitten und lies nicht locker.

- Einheimischer Mitarbeiter Peter bei der Ermittlung der notwendigen Auswahlkreterien
Unser einheimischer Mitarbeiter machte uns klar, dass so einem Mädchen "ohne Wert" und Schutz der Gefahr einer Vergewaltigung (ohne Schuldempfinden des Täters) ausgesetzt ist und dass der Verkauf droht.

- Monireth nach der Entlausung im Kinderheim mit neuer Freundin
Der Abschied von der Familie war eine Bestätigung für die richtige Entscheidung unserseits. Es gab nämlich keinen! Das Mädchen weinte - niemand kümmerte sich darum, niemand verabschiedete sich von ihr, niemand sah ihr nach.
Monyreth ist elf Jahre alt - durch Chibodia wird sie bald wieder lachen



