Gießener Mitmachzeitung berichtet über die Arbeit mit den kambodschanischen Slumkindern (08.03.2009)
Entwicklungshelfer von Chibodia e.V. berichten live über ihre Arbeit mit kambodschanischen Slumkindern
Gießen | Als sich im Sommer 2006 achtzehn engagierte Menschen zusammen taten um gemeinsam einen Verein ins Leben zu rufen, der es ermöglichen sollte Kindern in der dritten Welt, insbesondere in Kambodscha, zu einem besseren Leben zu verhelfen, ahnte wohl kaum einer, was aus diesem ambitionierten Wunsch innerhalb kürzester Zeit erwachsen sollte.
Dem konkreten Entschluss gingen zunächst mehrere Auslandsreisen verschiedener der späteren Gründungsmitglieder voraus, wodurch immer häufiger Überlegungen aufkamen wie man dort helfen könne wo die Armut in Ausmaßen existiert wie man sie sich bei uns kaum vorzustellen vermag.
Man wollte es eben nicht bei frommen Wünschen und Träumereien über ein mögliches Engagement belassen und sich damit herausreden, dass man nicht die Mittel und Wege habe um konkret Hilfe zu leisten.
Den entscheidenden Impuls gab schließlich eine einschneidende Reise der heutigen Auslandsmitarbeiter Anne und Samuel Pehlke im Frühjahr 2006 in das von Krieg und Misswirtschaft gebeutelte südostasiatische Land Kambodscha.
Bei ihrem Aufenthalt in der kambodschanischen Hauptsadt Phnom Penh besuchte das Ehepaar aus Lahnau unter anderem die größte städtische Müllkippe, wo etwa dreitausend Menschen, viele von ihnen Kinder, unter erbärmlichsten Umständen von dem leben was der Müll ihnen zum Überleben bietet. Der Besuch einiger einheimischer Kinderheime zeigte in erschreckender Weise auf wie unzureichend und teilweise katastrophal die Zustände in vorhandenen Hilfseinrichtungen waren. Zu Hause angekommen wurden dann schließlich konkrete Maßnahmen in die Wege geleitet, um ein effektives Engagement vor Ort starten zu können.
Ein Verein wurde gegründet, und viele fleißige Helfer fanden sich ein um Dinge wie Flyer, Visitenkarten, die Vereinssatzung und die sehr professionell gestaltete Homepage zu erarbeiten. All dies erfolgte weitestgehend ohne die Inanspruchnahme finanzieller Mittel und bis heute hat sich der Verein den eigenen Anspruch auferlegt für all diese Dinge, sowie für die Unterstützung der beiden Auslandsmitarbeiter keinerlei zusätzliche Spendengelder in Anspruch zu nehmen, sondern all dies aus dem recht kleinen Kreis der ursprünglichen Gründungsmitglieder heraus zu leisten.
Hatte man anfangs noch das Problem schwierig weitere Gelder zu aquirieren, da man keine nennenswerte Projekte vorweisen konnte, man andererseits nur sehr schwer Projekte starten kann ohne finanzielle Mittel, konnte man bis heute den Unterstützerkreis auf immerhin gut hundert erweitern.
Dank all dieser Helfer, Spender und auch einiger größerer Geldgeber wie der Stiftung Alternaid konnten in der recht kurzen Vereinsgeschichte bereits beachtliche Projekte ins Leben gerufen werden.
Dazu gehört nicht nur das vor wenigen Monaten gegründete Kinderheim, in dem bis zu dreißig Kinder eine angemessene, liebevolle Heimstätte finden, sondern auch eine Landschule in der bis zu fünfhundert Kinder qualifiziert unterrichtet werden und eine Krankenstation auf oben genannter Müllkippe, in der Linderung für die dreitausend Menschen geschafft wird die dort leben und unter verschiedenen Gebrechen leiden die entstehen im täglichen Umgang mit giftigem Müll und sich dabei bildenden Dämpfen.
Wer sich ein näheres Bild von der von Chibodia e.V. durchgeführten Arbeit machen möchte, kann dies jederzeit auf der Internetseite www.Chibodia.org tun. Desweiteren bietet sich am 20. März ab 20:00 Uhr die Möglichkeit hautnah von der Arbeit vor Ort zu hören. Im Dorfgemeinschaftshaus in der Nordendstraße 1a in 35622 Lahnau/Waldgirmes werden Anne und Samuel Pehlke zu Gast sein, um direkt von der sich ständig weiterentwickelnden Arbeit von Chibodia zu berichten.
Zu dem Abend, der interessante Einblicke in eine innovative und effektive Form des wohltätigen Engagements unter oft schwierigen Bedingungen zu geben verspricht, sind natürlich alle Interessierten herzlich eingeladen.





