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Arbeit mit Motomedix

Nils Arnold und Kristina Fricke sind beide Ärzte und haben Chibodia ihre wertvolle Zeit, ärztliches Know-How und organisatorischen Fähigkeiten für zwei Monate im Sommer 2011 zur Verfügung gestellt.  

Im Januar 2012 ist ein weiterer Einsatz von Kristina Fricke & Nils Arnold geplant.

In folgendem Text beschreiben sie ihre Arbeit und Eindrücke:

Motomedix-Team - oben rechts: Kristina und Nils

Medizin für die Armen – Arbeit mit Motomedix


Es ist viertel nach sieben, die Fahrt geht los–
wir stürzen uns in den Verkehr Phnom Penhs, knattern unserem Ziel entgegen, wie zehntausende Kambodschaner dem ihrigen.

Unser Untersatz ist eine von Chibodias Vespas, die wir für die entfernter liegenden Ziele und Besorgungen während unserer Zeit hier nutzen können.
Wie praktisch so eine Vespa ist, fällt uns gerade dann auf, wenn wir wie unzählige andere Motos in einer Ampelschlange sämtliche Autos überholen oder uns während der Rushour langsam an ihnen vorbeischieben - im Schneckentempo zwar, aber immer schneller als jedes luxoriöse Vierradgefährt.

Nachdem wir den dichten Verkehr auf einer von Phnom Penhs Hauptausfallstraßen hinter uns gelassen haben, nehmen Straßenlärm und Abgaswolken ab, auch die Bebauung lässt nach und wechselt sich mit staubigen Feldern ab.

Nach einer Dreiviertelstunde biegen wir von der Asphaltstrasse auf eine Schlaglochpiste ab, hüpfen und kurven darauf die letzten Kilometer bis zu unserem Ziel: Andong Village.


Erst sehen wir Steinhäuser – der wohlhabendere Teil dieser Community, dann kommen die Behausungen unserer Patienten ins Blickfeld. Dichtgedrängt steht Hütte an Hütte, zusammengezimmert aus dem, was gerade für wenig oder kein Geld zu haben war oder inzwischen durch Hilfsorganisationen bereitgestellt wurde: Holzstücke, Wellblech, Plastikplanen, Pappen.

Hierhin wurden also die Menschen gebracht, die aufgrund ihrer Armut nicht zum Image des „neuen, sauberen“ Phnom Penh passten und modernen Bauprojekten mit ihren Hütten im Wege standen.

Ihres ohnehin ärmlichen Auskommens in der Stadt entledigt, haben sie sich gezwungenermaßen hier ihr neues „Heim“ gebaut.
Unsere Rundgänge durch die Community lassen deutlich werden, dass mit Hilfe der geschätzt 20 hier engagierten NGO´s viel passiert ist,wobei es allerdings an Koordination zwischen den Projekten deutlich mangelt.

 

Es gibt inzwischen einen Markt, einige Strassen sind aufgeschüttet, um auch in der Regenzeit passierbar zu sein.

(Anmerkung von Chibodia: Auch hier hat Chibodia Kanalisation und das Aufschütten der Straßen zusammen mit ihren Mitgliedern finanziert).

Erste Steinhäuser sind zwischen den Hütten entstanden. Ab von der neuen, aufgeschütteten Strasse balanciert man überall auf einzelnen Brettern und Steinen über die gärend blubbernde, stinkende, grünbräunliche Flüssigkeit, die zwischen den Häusern steht.

Bei mangelder Kanalisation und Müllentsorgung ist von Fäkalien bis Sondermüll alles in ihr enthalten. Man braucht bei den oft ebenerdig gebauten Häusern nicht allzu viel Phantasie, um sich auszumalen, wohin diese Brühe in der Regenzeit fließt.

Unvorstellbar dagegen ist, wie es dann die Menschen in den uns jetzt schon schrecklich vorkommenden Zuständen hier aushalten. Schon in der Trockenzeit stellt sich manch eine vermeintliche „Insel“ als halbzerfetzte Mülltüte heraus und die Schuhe sinken mit quatschendem Geräusch in den Matsch.

 

Die Not der Menschen zeigt sich auch, wenn sie uns in ihre Häuser ziehen, um zu zeigen, wie wenig zu essen sie für ihre Familie haben oder wie undicht das Haus ist.

Am Ortsrand passieren wir die Baustelle des neuen Wasserprojektes, welches von Chibodia mit geplant und finanziert wird.

Es scheint gute Fortschritte zu machen. In einigen Monaten wird hoffentlich erstmalig Trinkwasser über die bereits gelegten Leitungen bis in die Behausungen fliessen.

(Anmerkung von Chibodia: Das Wasserprojekt ist mittlerweile abgeschlossen und die Wasserversorgung des Slums ist sichergestellt worden.)

An der in einem Nebengebäude der Grundschule untergebrachten Ambulanz angekommen, warten bereits die ersten Patienten auf eine Behandlung von Motomedix.



Das Motomedix Team besteht derzeit aus 2 kambodschanischen Medizinstudenten im letzten Jahr namens Chay und Prak, die beide nebenbei noch voll studieren, der Krankenschwester Thary und dem Koordinator Samphou.

(Anmerkung von Chibodia: Mittlerweile haben die beiden kambodschanischen Medizinstudenten das Examen abgelegt und beantragen die offiziellen Genehmigungspapiere zur Ausübung ihres Berufs als Arzt.)

An 5 Tagen in der Woche kümmern sie sich an 3 verschiedenen Klinikstandorten (von denen das gerade beschriebene Andong einer ist) in Slums um die Gesundheitsversorgung der Ärmsten der kambodschanischen Gesellschaft.



Den ganzen Artikel unter "Projekte > Motomedix > Medizin für die Armen" lesen.

 

Chibodia freut sich auf Kristina Frickes & Nils Arnolds 5- wöchigen Einsatz im Januar und Februar 2012.

Nils und Kristina machen gerade ihre Ausbildung zum Facharzt und Ihren letzten Einsatz finanzierten sie komplett aus eigenen Mitteln.

Falls Sie/ Ihr Kontakt mit Nils und Kristina aufnehmen wollt oder gar helfen wollt Ihren Einsatz zu finanzieren, dann überweist an das untengenannte Spendenkonto mit dem Zusatz Motomedix "Ärztlicher Einsatz" und/ oder schreibt ihnen unter info@chibodia.org.

Spendenkonto: Volksbank Mittelhessen; Chibodia e.V.; Konto: 97 24 43 08; BLZ: 513 900 00

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