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Gießener Anzeiger zur Eröffnung eines Kinderheims mit Schule in Phnom Penh

Bericht vom 03.04.2008 über die Eröffnung eines Kinderheims mit Schule

Verein Chibodia setzt auch auf "Motomedix" in Kambodscha

Etwa 200 Quadratmeter großes Kinderheim mit Schule wird im Mai in Phnom Penh eröffnet

POHLHEIM (rl). Der Verein Chibodia, Freunde für Kinder in Kambodscha aus Holzheim wird im Mai in der Hauptstadt Phnom Penh ein etwa 200 Quadratmeter großes Kinderheim mit Schule für 30 Kinder eröffnen. Darauf wies Vorsitzender Samuel Pehlke während der Mitgliederversammlung in Grüningen hin. Bereits im letzten halben Jahr wurde das angemietete Gebäude renoviert und im Januar mit Drei-Stock-Betten, Schul- und Wohnmöbeln ausgestattet. Einige einheimische Angestellte werden sich gemeinsam mit dem Ehepaar Anne und Samuel Pehlke um die Mädchen und Jungen kümmern. Sie wollen Kinder aufnehmen, die ohne Eltern sind oder in großer Not leben. 40 Prozent der Khmer leben unter der Armutsgrenze, Malaria und Kinderprostitution sind weit verbreitet. Die öffentlichen Schulen können nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung besucht werden und die Qualität des Unterrichts ist sehr niedrig.
Die laufenden Kosten des Kinderheims werden rund 2000 Euro monatlich betragen. Deshalb will der im August 2006 durch 18 Freunde gegründete Verein seine Mitgliederzahl auf 100 erhöhen und weitere Spender und Sponsoren finden. Derzeit gehören ihm 83 Mitglieder an, die sich aktiv an der Finanzierung beteiligen.
Die engen Freunde und die Familienangehörigen unter den Mitgliedern haben sich bereit erklärt, Verwaltungskosten des Vereins sowie die Unterhaltskosten für Anne und Samuel Pehlke zu tragen, die seit Februar 2007 in Kambodscha leben und arbeiten. Alle Spenden, so Schatzmeister Chris Allgeier (Holzheim), kommen direkt den Projekten in Kambodscha zugute. Von den im vergangenen Jahr nach Kambodscha gesendeten rund 10000 Euro wurden vor allem medizinische Programme sowie zwei Schulprojekte gefördert.


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Das Ehepaar Pehlke berichteten von zwei Schulen, die durch Chibodia gefördert werden. Die Aziza-Schule in der Hauptstadt mit 85 Schülern konnte aus einer alten Hütte in einen festen Wohnblock umziehen. Hier werden Schüler, die in einem Slum leben, in sechs Klassen unterrichtet. Da die staatliche Schulbildung nach Angaben von Pehlkes eher mangelhaft ist, erteilen einheimische Lehrer in der Aziza-Schule vor allem Unterricht in Englisch und weiteren ergänzenden Unterricht. Es gibt aber auch Computerkurse und ein Unterricht, der die Schüler auf ein späteres Berufsleben vorbereiten soll.
Etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, in dem kleinen Ort Trapaing Kaen, treffen sich bislang mehrere hundert Schüler in zwei einfachen Hütten ohne Seitenwände. Dort werden Mädchen und Jungen aus vier umliegenden Orten nachmittags in Englisch, Khmer, Mathematik und Hygiene unterrichtet. Chibodia hatte bereits dafür gesorgt, dass die Schüler Tische und Bänke haben und Schultafeln.
Jetzt beteiligt sich der Verein am Bau eines großen festen Schulgebäudes, dessen Fundamente bereits gelegt werden konnten. Samuel Pehlke informierte auch über das Projekt "Motomedix". Der gelernte Krankenpfleger fährt mit anderen Helfern auf geländetauglichen Motorrädern und mehreren Taschen voller Antibiotika und anderen Medikamenten wie Salben, Verbandszeug, Augen- und Ohrentropfen und einigen medizinischen Instrumenten wöchentlich auf die städtische Müllkippe Phnom Penhs. Dort leben Erwachsene und Kinder in brennenden und stinkenden Haufen, die mit Autos nicht erreichbar sind. Viele leiden an Krankheiten, die durch den Schmutz und den Rauch der Müllkippe auftreten.Mitten im Slum untersuchen die Helfer die Patienten und versorgen sie mit Medikamenten. Zudem geben sie Unterweisungen in Hygiene, Umgang mit Wasser und Nahrungsmittel, um etlichen Krankheiten vorzubeugen. Diese Arbeit soll laut Pehlke noch ausgebaut werden. Er möchte einheimische Medizinstudenten in den letzten Semestern anstellen, die sich um die Menschen in dieser Notsituation kümmern.Chris Allgeier berichtete von einer erfolgreichen Öffentlichkeitskampagne in Gießen, bei der Vereinsmitglieder Passanten über die Arbeit in Kambodscha informierten. Diese Aktion soll in der zweiten Jahreshälfte wiederholt werden.Allgeier hofft auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung in Form von Fördermitgliedschaften aber auch Einzelspenden. Dazu hat der Verein ein Spendenkonto bei der Volksbank Holzheim, Konto 20800, BLZ 51361704, eingerichtet.
Weitere Informationen gibt es unter 06004/ 411503.
www.chibodia.org

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