Gießener Allgemeine zum Neubau der Landschule
Bericht vom 04.07.2008 in der Gießener Allgemeinen zum Neubau der Landschule und der Zanhpflege Aktion
Kinderaugen leuchten aus großer Dankbarkeit
Pohlheim (js). Kambodscha, das an Thailand, Laos und Vietnam grenzt, gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Noch immer leiden die Menschen unter den Folgen des Vietnamkriegs und der Herrschaft der Roten Khmer. 2006 erfolgte die Gründung des humanitären Vereins »Chibodia«, der in Südostasien Kindern eine Perspektive bieten will
Dr. Klaus Becker (l.), Johanna Munzert und Hanta Seewald unterstützen die »Chibodia«-Arbeit.
Bildquelle: Gießener Allgemeine
Das Ehepaar Anne und Samuel Pehlke, über deren Kambodscha-Hilfe die »Allgemeine« berichtet hatte, ist mittlerweile in die Hauptstadt Phnom Penh umgesiedelt und kümmert sich dort um Kinder von Familien, von denen viele unter der Armutsgrenze leben - in einem Land, zu dessen gravierendsten Problemen Malaria und Prostitution von Minderjährigen gehören.
Zu dem Ehepaar Pehlke sind seit der Gründung von »Chibodia« - das Wort setzt sich aus »children« (Kinder) und »Cambodia« zusammen - Mitstreiter dazugekommen. Aber auch Firmen können zur Hilfe beitragen. So informierten vor einigen Tagen Johanna Munzert und Dr. Klaus Becker darüber, dass ihre in Pohlheim-Hausen ansässige Firma »ZeitRäume« das »Chibodia«-Projekt unterstützt. »Wer bei uns eine Reise bucht, spendet 5 Euro für den Ausbau einer Landschule für Kinder in Trapaing Kaen - 50 Kilometer von Phnom Penh entfernt«, erläuterte Dr. Becker, der Geschäftsführer des Reiseanbieters, für dessen Marketingarbeit Hanta Seewald zuständig ist. Seewald war erst vor wenigen Wochen in Kambodscha, um sich dort von der Weiterentwicklung der Chibodia-Projekte persönlich zu überzeugen.
In Trapaing Kaen informierte er sich über die Arbeit des Medizinstudenten Hin Dan, dessen Eltern gestorben sind, als er acht Jahre alt war. Dank des Engagements von »Chibodia« hat Hin Dan in seinem Heimatort eine Schule gegründet. Der Unterricht in Trapaing Kaen findet bisher in seinem Elternhaus und einem Dorfgemeinschaftsgebäude statt, das mit deutschen Bürgerhäusern nicht zu vergleichen ist: Es handelt sich um ein offenes Holzhaus. In drei Klassen werden von Hin Dan, der mittlerweile von einem kleinen Team beim Unterricht unterstützt wird, rund 350 Kindern nachmittags unter anderem Englisch, Mathematik, Kunst und Hygiene-Unterricht angeboten. Die ältesten und besten Schüler geben den Jüngeren unentgeltlich in ihrer Freizeit Unterricht. Um die pädagogische Qualität anzuheben, werden die freiwilligen Lehrer von einem professionellen Lehrer jedes Wochenende didaktisch und fachlich weitergebildet. Hin Dan klärt seine Schützlinge auch über die wichtigen Dinge des alltäglichen Lebens auf, beispielsweise über den Gebrauch der gespendeten Moskitonetze zum Schutz vor Malaria. Die erfolgreichsten Schüler erhalten Unterstützung für ein Studium: »Chibodia« unterhält in Phnom Penh ein Studentenwohnheim. Dort können die jungen Leute während ihres Studiums an einer der Hochschulen kostenfrei wohnen.
Wie Hanta Seewald, Dr. Klaus Becker und und Johanna Munzert unterstrichen, sind sie beeindruckt von der Arbeit des Teams um Hin Dan. Deshalb habe man sich gefragt, auf welche Weise man diesen Unterricht für die Kinder, die bereits viel Not erlebt haben, fördern kann. Man sei auf die Idee gekommen, dass die Kunden des Pohlheimer Reiseanbieters den Bau des Schulgebäudes in Trapaing Kaen unterstützen.
Hanta Seewald weiß durch seine Besuche in Kambodscha, wie wichtig die Hilfe für die Kinder ist, »deren Dankbarkeit man täglich aus ihren Augen lesen kann.« Seewald: »Es mangelt in Kambodscha vielerorts an für uns selbstverständlichen hygienischen Verhältnissen. So habe ich bei meinem letzten Besuch Zahnbürsten verteilt, da viele Kinder gar nichts über Mundpflege wissen.« Seewald, der Leiter für digitale Medien bei einer heimischen Firma ist, möchte oft noch Kambodscha besuchen. Er ist froh, dass das Reiseunternehmen aus Hausen sich für die »Chibodia«-Arbeit einsetzt, für die sich immer mehr Menschen interessieren und sie fördern wollen.
